KarlZSZ „slamt“ zum 2. Mal „Poetry“

20171123_201650_resizedAm 23.11.2017  „flogen“ zum 2. Mal die Wörter: Der 2. Poetry-Slam-Workshop unserer Schule fand vom 21.11. – 23.11.2017 statt und endete auch diesmal mit einem glanzvollen Auftritt der Slamer im Café Ziegler.

 

 

 

 

Schneerose

Weite Schneelandschaften.
Menschen, die sich in die Häuser verfrachten.
Wunderschön, still und rein.
Genau so sollte es doch sein.
Doch irgendwas war hier zu viel,
Irgendwas war hier zu viel,
Irgendwas hier zu subtil.
Schnee über Schnee,
Weiß über weiß,
Aber das war wohl der Preis.
Auf Sommer folgte Winter,
Da war nichts Kompliziertes hinter.
Doch der heiß geliebte Sommer war weit weg.
Vielleicht gab es ja mal einen Zweck,
Aber ich sah darin entschieden keinen.
Mir war einfach nur zum Weinen.
Es war viel zu kalt
Und weit und breit nichts als Wald.
Das Weiß war einengend,
Die Kälte an den Nerven hängend.
Noch 5km bis nach Hause,
Ich brauchte dringend eine Pause.
Der Baumstumpf war eiskalt.
Bemerkenswert die nicht vorhandene farbliche Vielfalt.
Doch neben dem Stumpf auf dem ich saß.
In dem unter Schnee verborgenen Gras.
Versteckte sich eine wunderschöne Rose
In einer anmutigen Pose.
Ihr rot so warm wie Feuer,
Der Preis für ihre Existenz teuer.
Durch das Weiß
Schien ihre Farbe intensiv und heiß.
Der Hoffnung glimmer,
Des Sommers letzter Schimmer.
All das, repräsentiert von einen einzelnen Pflanze.
Wie schön sie im Schnee tanze
Voller Anmut und edlen Absicht
Die Ballkönigin sich mit ihrem Tanzpartner abspricht.
Der Wind ihr Partner, das Rauschen die Musik,
Tanzen beide um den Sieg.
Natürlich war sie die Siegerin des Balles.
Die Königin konnte selbstverständlich alles.
Ihre Erscheinung atemberauschend.
Ihr weißer Mantel langsam verstaubend.
Und ich ?
Ich stand auf und stach mich natürlich ausversehen.
Ich wollte ja eigentlich weiter gehen.
Mir stockte der Atem.
Ich stand nur da und starrte sie an.
Ich wollte unbedingt an sie ran.
„Nein!“
Das sollte eindeutig ein Stopp sein.
Die abrupte Lautstärke von hinten ließ mich hochfahren.
Der Mann wollte die Rose vor mir wahren,
Denn ich hätte sie fast umgebracht,
Genommenen ihr die ganze Macht,
Durch puren Egoismus.
Wollte ich alleine kommen in ihren Genuss.
Der Mann zog mich aus den Gedanken,
Die Rose ihn gerade mehr als viel zu verdanken.
Nach der Mahnung die ich bekam,
Versank ich beinah in Scham.
Was für grausame Wesen wir Doch waren,
Skrupellose Barbaren.
Ich hätte um ehrlich zu sein nie geglaubt,
Was für eine Wirkung rot in Schnee hatte.
Hoffnung Stand nicht nur auf einer Steinplatte.
Sie drückte sich in den kleinen Dingen aus,
Die Rose verdiente wirklich Applaus,
Dafür, dass sie nichts erwarb.
Sie wuchs in diesen knallharten
Bedingungen, ohne was zu erwarten.
Sie hob ihr rotes Haupt zu mir empor,
Bevor ich merkte, dass sie langsam erfror.
Mit einem leisen „Gott bitte nicht…“
Beugte ich mich runter,
Meine Stimmung nicht mehr ganz so munter.
Versuchte ich sie vor dem eisigen Wind zu Schützen.
Der Mann dabei mich zu unterstützen.
Mord. Der Wind sie verführt und ermordet.
Brav angeordnet,
Standen wir der Schönheit bei.
Wir dachten es sei vorbei.
Doch unter dem Schnee,
Unter dem Gras,
Heller den eh und je.
Knospen.
Bereit zu kosten.
Was ihre Mutter empfand,
Die zwar verschwand.
Ihre Hoffnung jedoch hinterließ,
Wir verstanden langsam auch dies.
Die tragisch schöne Geschichte vor unseren Augen.
Hatte nicht versucht uns etwas wichtiges zu zeigen.
Das wir Respekt zeigen sollten, um uns vor den noch so kleinen
Dingen zu verneigen.

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